Seit wann und warum gibt es eigentlich Grundsteuer?

Vielleicht ist die Grundsteuer die älteste Steuer überhaupt – mit ihr wird der Ertrag besteuert, der durch Grund und Boden erwirtschaftet wird.

Leider habe die Römer nicht nur den Wein über die Alpen gebracht, sondern uns auch die Grundsteuer in ihren Anfängen beschert. Die Grundsteuer ist eine direkte Steuer (real am Objekt Grund und Boden anknüpfend) – und direkte Steuern haben den Charme, dass die Ermittlung der Besteuerungsgrundlage relativ einfach ist. Hier: wer hat welchen Grundbesitz; daran knüpft die Steuer an. Ein einfaches und simples Verfahren.

Dieses ursprüngliche Konzept hat sich viele Jahrhunderte im Grundsatz gehalten, erst durch Napoleon kam es in den deutschen Gebieten zu einer wesentlichen Neuordnung dieser Besteuerung. Dies ist auch der Beginn der Katasterämter – man kann also sagen, das Katasteramt wurde eingeführt, um die Besteuerung besser kontrollieren zu können. Der Abbau des Datenschutzes zum Zwecke der Besteuerung ist also wahrscheinlich so alt wie die Besteuerung selbst.

Die Finanznot nach dem ersten Weltkrieg hat weitere Reformen der Grundsteuer nach sich gezogen. In dieser Zeit wurde auch die Basis der aktuellen Einheitswerte entwickelt. In den neuen Bundesländern wird noch heute auf Einheitswerte mit dem Basisjahr 1935 zurückgegriffen. In den alten Bundesländern wurde dieser Wert einmal im Jahr 1964 aktualisiert. Aber auch hier gilt: bislang wird bei der Grundsteuer auch in den alten Bundesländern auf Daten zurückgegriffen, die über 50 Jahre alt sind.